mentlich für einen ausreichenden Vor- rath von frischem Fleische für die Truppen zu sorgen, ebenso lösst sidi die auffallende Abnahme, welche sich in der Krankheitsfrequenz auf den Bermudas innerhalb der Jahre 1837—46 gegen frühere Decennien bemerk- lich gemacht hat, nur auf eben dieses Moment zurückführen;' es erscheint femer wohl glaubhaft, dass die enorme Häufigkeit und Bösartigkeit von Ruhr auf den Sandwich- und Mangarewa - Inseln , dort die Folge des un- sinnigen Missbrauchs mit drastischen Abführmitteln (Chapin), hier die Folge des unmässigen Genusses von Zuckerrohrsaft ist, und so werden wir auch keinen Anstand nehmen dürfen, die bedeutende Extensität und 1) Ef kommt hier namenUlch die Fra^ in Betracht, ob nicht die In Folg« nm Brant- weingennsi wesentlich alterirte Thitigkeit der Leber, retp. eine hiednreh knakhall rer- inderte Oalle , als Indtament auf die Darmschleimhaot , eint (entlbrnte oder nihere) Ur- sache für Ruhr in den Tropen abgibt — eine Frage, deren Beantwortaag aUerdingt n- nidift TOB der Lötnng mancher yhyiiologiioh* päiiiologiHheD YorinfsB iMiagt. Orgtn-Kraiikfaeiioii. Babr. 246 tat, mit welcher die Krankheit epidemisch zu Zeiten allgemeinen angsmangels in Folge von Misserndten aufgetreten ist, mit eben 1 Momente in einen, wenn auch immer entfernten, kausalen Zusam- ng zu bringen — eine Thalsache, welche in vielen Epidemien ver- ler Jahrhunderte, neuerlichst auch in Irland in den Hungeijahren 1817, 1821 und 1826, namentlich aber 1846—47 hier, wie in Bei- Schlesien, Böhmen, u. a. von Ruhr und Typhus heimgesuchten Ge- 1 Europas, von den Beobachtern geltend gemacht worden isL Wir n allerdings die Ansicht, welche das endemische oder epidemische rrschen von Ruhr ausschliesslich, oder auch nur in erster Reihe, in Einfluss schädlicher Nahrungsmittel zurückzufahren bemüht ge- ist, als einen längst überwundenen Standpunkt bezeichnen, wir n dieses ätiologische Moment immer nur als eine Gelegenheitsur- ansehen, allein dieselbe ist unter den eben genannten Verhältnissen i von nicht geringer Bedeutung für die allgemeine Verbreitung der heit, und in eben diesem Sinne müssen wir den mehrfach hervor- enen Einfluss schlechten Trinkwassers auf die Krankheitsfrequenz * Endemie auflassen; so erklärt u. a. Annesley^) aus Madras: „I have freqaenüy remtrked tbe very powerftil inflaence of brackith water and wbich baa been kept lor a considerable time tbot op from tbe open air, and (tagnant condiUon, and parücularly water taken from marsbes, in tbe prodne- f dytentery," bestimmter berichtet Twining^) aus Bengalen: „Wben an extensive innndation of tbe tea bas lald waste a large eztent of of \he maritime distrlcts , and filled tbe tanks , tbe poor natives are mach di- ed and obliged to go a great dislance for fretb water. Tbe next bot-wealber ally dries Dp tbe sali -water in tbe lanks, and wben tbey are again filled by iccecding rains, tbe natives, from tbeir indolence, apatby, and pressIng ne- ies, drink tbe water strongly Impregnaied by tbe saline deposit on tbe sides ! tanks, and tben a destmclive dysentery rages in a wbole district, and car* S many of tbose , wbo had escaped from tbe inondaUon , and saceeeding s." Breton 3) bemerkt, dass in den Provinzen Ramagur, Sirguja u. s. w. Nasser aus den grossen Strömen, die einen starken Fall und schnel- luss haben, ohne Machtheil getrunken werden kann, dass jedoch der is des Wassers aus den kleinen, stehenden Pfützen gewöhnlich Darm- I verursacht und namentlich eine Ursache der daselbst unter den bornen vorherrschenden Ruhr ist; Bryson*) berichtet von der lüste Afrikas, dass der Genuss des Wassers aus dem Congo- Flusse D dieser Beziehung gefürchtet [ist, und in derselben Weise spricht fc Ritchie bezüglich des Genusses von Wasser aus dem Gambiar Ihurst aus, während er, wie auch andere Beobachter, das in de :en Zeit auflallend seltene Vorkommen von Ruhr auf der Küste der Leone dem Umstände zuschreibt, dass daselbst neben besseren Dgsmitteln jetzt auch ein besseres Trinkwasser, als früher, gewon- ird, indem man dasselbe in eisernen Röhren von den benachbarten 1 dahin leitet und so die /rüher stattgehabte Verunreinigung des rs in dem von demselben ausgewaschenen Boden verhütet Zahl- französische Aerzte erklären übereinstimmend, dass die enorme nz von Ruhr in der Provinz Oran zum Theil von dem Genosse des 5t fast überall sehr stark salzhaltigen Wassers abhängt; „ranalyse e. 40S. S) L 0. L 58. Anm. 3) hm. 4) L O. 2U. 246 Hirich, Uitoritdi gebgrtj^iiMlM PteÜiologie. „fournie par M. Delestre dämontre en effet,** bemerkt Boudin^ iBi>> ser Beziehung, „que les eaux d^Oran pr^sentent drpuis huit jusq* iTi|l' ,,une fois la proporlion de rösidu de Teau de Seine prise pourniM'B ^pnretä, landis que l*eau d*Alger, nnalysäe par M. Tripier, ne prMi „gnere que dcux fois celle möme proporlion," und zwar erfahr« h aus der von Marseilhan^ angestellten Analyse der "WSsser io tai dass alle vorzugsweise Natron- und Magnesia -Sulphate in grosser INft und demnächst Nalroncarbonal enthalten, an Stelle dessen in den iti«^ gut trinkbaren Wassern Algers unlerkohlensaurer Kalk vorkommt; Bakv gli^ubt, dass die Ursache der auffallenden Frequenz von Ruhr inMelboM im Gegensatze zur Seltenheit der Krankheit in andern Gegenden des » stralischen Festlandes, zum Theil in dem schlechten Trinkwasser gesKÜ werden muss, und Hunter bemerkt aus Jamaica, dass die SoldtteD« einzelnen Punkten der Insel, so u. a. in Fort Augusta und Port BoM namentlich während ihres ersten Aufenthalles daselbst, von einer lett» Ruhr befallen wurden, die wahrscheinlich dem Genüsse eines, von aoM Orten dahin geschafHen , meist verdorbenen Wassers zugesebrieben ^ den dürfte. §. 116. Mit wenigen Worten habe ich schliesslich die Frage» erörtern, ob Roce oder Nationalität ein ätiologisches Moment Iflr* geographische Verbreitung oder das Vorkommen von Ruhr abgeben, t* ob von einer durch Akklimatisation gewonnenen Immunitat von Rw gesprochen werden darf. — Ueberblicken wir das Verbreitungs|?ebiel «• Ruhr, überzeugen wir uns von dem Vorherrschen der Krankheit ^^ den Eingebornen Indiens in einem so enormen Umfange, dass n. a.TT|j 1er 5) erklart: „it is pcrhaps not an exnggeration to say that of thd«* „deaths among the lower Orders of the nalives of Hindostan, threc fow* „are the efTecl of this disease," und in gleicher AVeise Henderson^ Hutchinson 5) u. a. sich aussprechen, erfahren wir, dass Malaj* Javanesen, Ceylesen und andere asiatische Völkerschaften (MarshiU Ward and Grant), nicht weniger wie Chinesen (Milne), die Eing*^ nen der südlichen Küste Arabiens (Lock wo od) und die muselmSDnisd>| Bevölkerung Vorderasiens (Polack, Floyd, Pruner) allgemein der D|^ krankung an Ruhr unterworfen sind; hören wir, welche enormen VcrW^ rungen die Krankheit unter den Negern, und zwar sowohl in ihrer*** math, im Sudan und auf der Ost- und Westküste Afrikas (Aichiso* Oldfield, Daniel!, Thomson, Raffenel, Doyle, Mc Ritchieöj*J wie in fremden Landern, anrichtet, so dass Copland®) Ruhr als öj» der häufigsten und verderblichsten Leiden unter der schwarzen Ra^e J zeichnet, ziehen wir das bösartige und verbreitete Vorhenschen * Krankheit unter den Eingebornen Ejryptens (Griesinger), AbessitH^ (Aubert-Roche), wie unter den Hottentotten (Tulloch) und R8»2| (Schwarz), unter der maurischen Bevölkerung Algiers und den daseltj lebenden Kabylen (Espanet, Cambay), unter den Indianern undMisjJj lingen Centro -Amerikas (Young, Homer u. a.), unter den EinfsebotJ^ von Guayana (Schöller), unter den Indianern und Creolen BrasiW' (Sigaud) und Perus (Tschudi), wie endlich unter den Sudsee-lt^ lauern (Bennet, Thomson, Chapin, Gulick, Wilson) in Betraf überzeugen wir uns schliesslich, wie wenig sich irgend welche W 1) Essai de Geofrr. m^d. Par. 1848. 52. 2) Rec de Mem. de Ifftfd. mfllt. JÄL lU. S) Calcatt. med. tr. III. i. 4) Edinb. med. and tarff. J. XXIV. 34. ft) o*— ^ -««Id. tiC y. 38. 6) Wöiterbnch der pnkt Medleia UL in. ede In den Ericrankurigs Verhältnissen ati Ruhr unter den verschiedenen lOnaJitüien in den gemässi^^aen Breiten bemerküch machen, so werden ztig^tehen müssen, dass die den verschiedenen Racen und Naliona- en eifrenihümlicht-n, physiologisclien Verhältnisse weder eine hnmnni' von Ruhr, noch eine wesentliche Prädisposilion filr die Krankheit un- denselben bedingen, ~ Andererseits aber lehren eine grössere Reihe Thalsachen, dass die Geneigtheil zur Erkrankung an Ruhr bei den- ken Individuen am grössten isl, welche in ein ihnen fremdes Klima txt, und von den auf sie einwirkenden schädlichen, und namentlich tatisehen Einflüssen daher am empfindlichsten berührt werder». Es diess zunächst von der Versetzung? von Individuen aus Jiöheren Brei- in tropische und subtropische Gegenden, und zwar sind die umfang- hsien Erfahrungen der Art von Mililairarzlen unter europäischen Trup- auf der östlichen tind westlichen Hemisphäre gemacht worden; die mkheit kommt unter denselben überhoupl häufiger» als unter den Ein- c»rtien vor, und sie sind derselben um so eher uiiterworlen, je kürzer Aurenihalt in der heissen Gegend isl, daher die bei weitem meisten e von Ruhr f^jerade unter den neu Angekommenen beobachtet werden ; füi diess nomenilich von Indien (T w i n i n g, ß a I To u r, Ä n n e s 1 e y, B e I- jal)v Ceylon (Marsh all, Davy), dem nördlichen An^hipel (Hey mann* «kerj, der südlifhenKüste Arabiens (Lock wood), Mauritius (Folie t), tpien und Abessfnien (Krank, Pruncr)» derWestküsle Afrikas (Key n- t, Oldfield u, a.), Algier (Laver an, Cambay, Haspel u. o.), ilro-Anterika (Lidell), den Antillen, und Gtiayana (Campet). Sodann r macht sich jener Einfluss des Klimawechsels auch dunn gcUend, wenn viduen aus emem heissen in ein kälteres, oder auch nur relativ kalles aa kommen, und zwar linde ich diese Ansicht namentünh in der viel- \ f^eitiachlen Erlahrung bei;rundet, dass unter den aus ihrer Hetmath lohere ßreiien iransporlirten Negern Ruhr atisserordentlich häufig, und ide eine der unter ihnen am häufigsten vürkommenden Krankheiten isU die In Egypten (Pruner), Guayana (Schöller, Rodschied), auf Antillen (Hillary, Levacher, Mc Cabe, Muson), in Peru cbüdi) und in den südlichen Staaten Nordamerikas (Tidyman) ge- hlen Beobachtungen lehren; in eben dieser Weise aber, glaube ich, die von den englischen Militaitärzten beobaclilele Thaisache auf- _ , dass unter den englischen Truppen in Canada, New-ßrunswic Kew-Scoltland die bei weitem meisten Fälle von Ruhr gerade unter penigen Truppentheilen vorkommen, welche neuerlichst von den Antil- dahln disiocirt worden