ür die Krankheitsgenese ist aosweifelhii mangelhafte Haulkuitur oder mangelhafter SchutB der Hau! gegen g»* wisse, dieselbe reizende Einflüsse; so legt namentlich Panum» bMflgliflk des häufigen Vorkommens von Psoriasis, ein besonderes Gewicht auf die Einwirkung des Salzwassers auf die Haut unter den Bewohnern der fi> röer, besonders der Norderöer. Ob, wie einzelne Beobachter glauben, ge- wisse Nahrungsmitlei, wie namentlich gewisse Fruchte, einen spedS^ sehen Einfluss auf das Vorkommen von Psoriasis äussern, ist nicht er- wiesen; bezüglich der einzelnen, aus den Tropen geschiWeiten ^ormeo von Psoriasis scheint mir die Vermuthung nicht von der Hand zn weisen, dass hier in einzelnen Fällen vielleicht ein Epiphyt zu Grunde Hegt; Be- weise für die von mir ausgesprochene Vermuthung kann ich allerdings bei dem Mangel aller exacten Forschangen nicht beibringen. §. 227. Ein besonderes Interesse für die Vorliegendefi OiitersaebuD- gen bildet eine an einzelnen Punkten der Tropen nnd subtropisdl gelege- nen Gegenden endemisch herrschende Krankheftsform, die, Ihrem anato- misch^palhologischen Charakter nach, dem f ) Lupus beigezählt werden muss, im Systeme bisher allerdings meist, unter der aligemeinen Bezeichnung der „Beule", ihre Stelle bald beim Furunkel, bald beim Tuberkel gefunden hat. Am längsten bekannt, und, wie es scheint, auch am weitesten verbreitet, ist die unter dem Namen der Beulen von Aleppo bekannte Krankheitsform, welche ich daher an die Spitze dieser Darstel- lung gestellt habe. Schon Hasselquist i), Rüssel, Volney und an- dere Reisende und Aerzte aus der Mitte und dem Ende des vorigen Jahr- hunderts erwähnen des endemischen Vorherrschens dieser eigenthGmIicheo Krankheit in Aleppo und der Umgegend dieser Stadt, neuere MfttheihmgeD aber haben gelehrt« dass die Heimath dieser Krankheit viel weiter reicht und dass jener Name daher schon dann aufgegeben werden mues, wenn man mit demselben eben nur das Verbreitungsgebiet des Leidens bexeich- nen will. — Als die eigentliche Heimath der Beule, d. h. das Gebiet, über welches sie ihre endemische Herrschaft am weitesten ausgedehnt hat, ist zunächst der nördliche Thdl Syriens und die weite Ebene des alten Mesopotamiens, d. h. die Flussgebiele deeOrontes, Euphrat und Tigris zu bezeichnen; hier herrscht sie von Solädin, dem Laufe des Oronlts fol- gend, bis Aleppo, und von hier weiter in Killls, Uf^ Diarbekir, Marrascb, Mossul, Bagdad bis nach Bassora hin. in den sädKch und westfich von Aleppo gelegenen Städten und Ortschaften Syriens, wie unter anderen in Skanderum und unter den Bewohnern des Ubanons (in Antara), kommi sie nur vereinzelt vor, unter den eigentlichen Wustenbewobnero (den Be- I) Die hier benatst« ui4 Mkniaft ^eniAehtc Mteratw finätA Mk «m Srtlain 4m Kapttcb niMiiimengestent Ofgi3i*ErsJDkkbeit0is. Beole toq Aleppoi 455 m und Arabern), sowie in dem kurdischen Gebixg^e, isl sie ganz un- int, dagegen werden sporadische Fälle derKmnkheil in Kleinasien unter anderen in B;u&&a, am Fusse des niysischen Olymps: Higler), Jypern, in einzeinen liegenden Egyplens (in Suez, Cairoj beob- l, und Liberi hat solciie auch unLer den Tartaren in Eupaloria linier einer ZigeunerianiiÜe in Perikop gesehen; in beschränkterer biischer Verbreitung endlich kommt die Krankheit, n&ch dem Berichte Reinhardt, in Llisahelhpolp der Hauptstadt des Chandschinskl^ n Chanlliums (Georgien] und den Mlttheüungen von Grilliths und Polak zulolge, in vielen Gegenden des südlichen Persicns, in Is- n, Kashan, leheran» seUenur in Humadan, vor, während sie im Kor* des Landes, und namentlich in Tauiis, gan^ä unbekannt ist* Gewöhnlich oluie Vorboten einet ^Igemeiaen Leidens, namentlicli oHne fieber- mSie Erecbeianngen j die tDeist nur bei eiDpÜDdlichea bubjekten beobacbtet irerdeu (Higlerjf und unter dem üefühle von leichtem Juckan, bildet aich i,u ttii*elQaöj »pater ta erwähnenden Körper t heilen, ein rnther Flecken, der meiit m Linien- hm Bohneogrösie aDschwiJlt, seltener eine gleichmisaige, kupferröLhe oder livido Jrifillration ohne Erhabenheiten (Tuberkeb) darstellt, nnd auf wel- chem aioh bisweilen einzelne, kleine, blassröthliche , liufleogrosae Knoten, kreii^ ^rmig geitellt, entwickeln. Im Anfange der Krankheit erai;heint die Umgegend er BlÜcirten btelle gesund, der Knoten selbst ist an «einer Oberfläche von einer lu&nen, gelblichen Kruste, die ans abgestosseoen Bpidermi»£chuppen besteht, liedeckt l^ach einiger Zeit^ die Yon wenigen Wochen bis auf mehrere Monate «riirt, iniUtrirt sich dio Haut ringa um den Knoten, und nach einem neuen Intervall, dai ebenfalls den genannten kürzeren oder längeren Zeitraum aus- Ut, tritt von der Mitte des Knotens^ bei verbreiteter Inhitration auch wohl i mehreren Paukten gleichzeitig , Schmelzting dea Exsudates ein, und unter brtichreilender Yerschwärung der ganzen lEihltriiaen Pailhie bildet iich ein lehr oder weniger tiefea, meist koniai^h getürmtes ^ Linien bis 2 Zoll Lm furohmeiser haitendea Geachwür mit itaakigen Hände rn, auf dessen ungleichem rnnde sich biaäse, tpitze, cond^iomähuliohe (trauulationen erheben, welche leUerholt schmeUen und einen meist dünnen, penetrant übalriechenden Eiter leiüm, der übtjr dem Göschwüre zu dicken, compacten, schwarz -gelblichten £rü»Un gerinnt Nachdem der Eiterungsprocess, der einige Wochen bis Mo- mto anhalte eich erschöplt hat, erhoben sich aulf dem Grunde dea t^eschwürei ^t« Qranulalionen, die mit einer weisslichen Kruste bedeckt sind, bo das» das ianze mit den Krusten und F^urcheu ein bürsten förmiges Ansehen gewinnt Poiftkj und welche die Geßchwürahöhle Hchliesslich ausJülien, so da^a nach km Verlaufe von 13 — 14 Monaten die Vernarbuug erfolgt ist. Je nach der Tu»^ und Furm des Geschwüres ersehe mt die Narbe unregcl massig rund, flach nkr vertieit, meist pktt, zuweilen auch strahlig zusammen gebogen und punkt- förmig pigmenturt oder bräunlich getarbt^ nicht selten auch weiss, wie natb nweuduug des Gluheisens (La cicalrice ressemble assez exactement a eelle In« lause nne brülnre: Wille min), und diese abnormen Färbungen verlieren dl Uli währ^and des ganzen Lebens des Individuums nicht mehr. Der gewohuUche ^iu der Atlection ist das Gesicht und die Extremitäten, nd «war werden, wie alle HerichU^ratatter übereinstimmend erklkren, bei den Sinpfbartnen vorzugsweise das Gesicht, namcüüich die Wange in der Gegend ST Hdfid- oder Augenwinkel, ein Naaentlügelj seltener das obere Augenlid oder Stu-ne^ niemals der behaarte Kopftheii iPoiak), bei Fremden dagegen ge- ^imlich die oberen oder unteren Extremitäten, und zwar fast immer in der tlAfti Gelenkes, oder auf dem Hand- und Fnssrücken, im Allgemeineu jlWtif« solche Punkte, die eine harte (knochige) Unterlage hab«n (Pru- I leiten einzelne Stellen am Rumpfe oder den Geichlecbtstheilen (Gull- , Franerj ergriffen. Meist ist nur eine Beule, die alsdann eine mann- # genannt wird, nicht selten aber aucsh 2 — 4 — 8 Beulen (weibliche j, ja man hat in einielnen Fällen bis zu 20 — 30 Beulen und darüber m Indinduum beobachtet, die theila im Gesiebte, theib mn andereä StttÜen dee Korpora ihren Bit£ hatten. Kiemais macht sieh im Verlaufe der KrmakEeii irgend ein mit danu^lben in Yerbindnng liehendes Allgemain leiden raffb, bist «eoirr Falhi>L IL ^ 456 Hirteil, UttoHMsh geogn^^Uftdi^ PiAokogia. bemerklich, und bis auf die Entatelhuig des Individnonii, bei Siti dflt im Grenchte, durch Narbenbildiing i) ist däe KraBkbsit überhani»t giiii < Naohtheil auf das Befinden des IndiTidnmns, anoh ftossert es, wie Willai erklärt, ebenso wenig irgend einen Einfloss auf bestehende Leiden, ini^ Verlaufe die Krankheit auftritt, als sie selbst^dorch irgend welche, gleicbi auftretende Krankheiten modificirt wird; nur bei SlonDphulosen, Skorfootiid Syphilitisohen u. s. w. nimmt, wie einzelne Beobachter (Praner, Polski beobachtet haben, die Beule einen bösartigeren Charakter an. Die Dauer der Krankheit beträgt, wie braierkt, durchschnittlich einJi daher sie fast überall, wo sie vorkommt, .,Jahresbeule*', in Pinien ,^il( d.h. „Jährchen" genannt wird; zuweilen aber verluift sie auch schon n halb 8—10 Monate, während das Leiden sich andererseits 2 — 3 Jahre hiia indem in der Umgegend der ursprünglich ergriffenen Stelle neue Knotas treten und schmelzen (Rigler). — Die Krankheit ist entschieden niditei giös, wiewohl sie in Persi^ daloT gehalten wird, auch läset sie sich mdhi l impfen (Polak, Grösqhl)^ meist befallt sie ein Individuum nur einntl Leben, wenn aber Guilhon, Rigler, Gröschl ju a. behaupten, ""^ zwei- oder mehrmaliges Befallenwerden niemals vorkommt^ so ist Erfahrung von Wille min geltend zu machen, demzufolge die i einzelnen Individuen, jedoch an verschiedenen Auf enthsltwirten , an dsosii Beule endemisch herrscht, wiederholt aufgetreten ist — Bemerkensweitii f lieh ist der, übrigens nicht sicher constatirte, umstand, dass die Beule inlb Mossul und Bagdad, vorzugsweise aber in Marasch bösartiger als an sndi Orten, und namentlich als in Aleppo, verläuft, in einzelnen Fidlen sogtr Tod des Kranken herbeigeführt haben soll (?). §. 228. Eben diese Krankheit nun ist es, welche in verschiedenil Gegenden des nördlichen Theiles von Indien unter verschiedenen Ni men, als Beule von Sindh, Beule von Cambay, Beule von Delhi u. s. w. endemisch herrscht, wiewohl die Aufmerksamkeit der Beobachter sich dii sen Endemien erst in der neuesten Zeil zugewendet hat — Ueber (h Vorkommen der Krankheit in Sindh berichten Prunet u. a. der ob> genannten Aerzte, sowie Frazer nur Im Allgemeinen, mit dem Bemeriici dass dieselbe auch hier einen vorzugsweise bösartigen Charakter hat; übi die Beule von G uz erat theilt Gibson^) mit, dass die Krankheit das