iss des Einflusses äusserer nie auf die Krankheitsgenese zu gelangen, resp. darüber entscheiden toiieii, in wie weit dieselben für die autochthooe Genese bedingend, weil eben nur für die Entwickelung des Contagiums massgebend, d öder hemmend, sind. — Dass für die Verbreitung von Keuch- eio ContagJum eines der wichtigsten ätiologischen Momente ab- geht, abgesehen von unendlich vielen, wohlbeobachteten, einzelnen checi, schon au$ dem Auftreten der Krankheit in solchen Gegenden , die entweder dauernd in einem nur sehr beschrankten Verkehre er Aussen weit stehen, wie u. a. Island und die FärÖer, oder welche upl iranz ausser aifem Verkehre mit den, vom Keuchhusten heim- ihlcn Lindern geblieben waren und erst, nachdem sie zu diesen in pahere und allgemeinere Beziehung getreten, von der Krankheit heim- iil worden sind, wie u. a. der polynesische Archipel, Australien, Ca- ll. Die Geschichte der Krankheil in eben diesen Gegenden lässt ber noch ein zweites» wichtiges Faktum erkennen, dass nämlich die beiis$enese nicht nur auf einContagium zurückgeführt werden kann, unter gewissen Umständen, stets zurückgeführt werden muss, mit andern Worten, die autochthone Entstehung vonKeuch- eo keineswegs so weit, als die geographische Verbrei- ■ipeicht. Es ist ein ausgemachtes Faktum, dass auf Island und den frKeuchhusten nur eingeschleppt vorkommt, dass die Krankheit da- m nach abgelaufener Epidemie, d.k nach Durchseuchung aller für das kiufii empfanglichen, und von demselben betroffenen Individuen er- L tind sich erst wieder von Neuem zeigt, wenn aufs Neue Contagium ro gelnogl ist Wir müssen dieses Faktum vorläufig festhallen, wenn •ach ganz ausser Stande sind, zu ermitteln, wo die Heerde der autoch- nen KranJtheilsgenese, d h. wo die Heimath von Keuchhusten gesucht rieo muss, oder die Ansicht zu widerlegen, dass sich die Krankheit, m wie Blattern, stets nur auf dem Wege der contagiosen Reproduktion mgl, eine Ansicht, welche, wie bekannt, auch für Scharlach und Ma- ri ^4tend gemacht, jedoch ebensowenig bewiesen, wie widerlegt wor- tt ist — Wir müssen demnach auf eine Theilung der Frage nach dem hlbsse äusserer Momente, auf die autochthone Genese der Krankheit keneiis, oder auf die Förderung der conlagiösen Verbreitung anderer- iBli lorlauflg verxichJen, und uns eben damit begnügen, festzustellen, ob W^^elche Abhängigkeit die Krankheit in ihrem Auftreten und Ver- ■fc im Allgemeinen von äusseren Einflüssen zeigt. !• 53, Keuchhusten IriU gewöhnhch als E p i d e w \b . sehr seilen, N t»ar meist nur dann, sporadisch auf, wenn eben der epidemische PBOM sieh an einem Orte gellend zu machen anlangt, oder wenn die «ftkheit in benachbarten Gegenden epidemisch herrscht; wesentlich ■^frebeod ist hiefür, wie für den räumlichen Umfang und die Dauer der h^tmtt, die Zahl der empfänglichen Individuen, daher die Krankheit In reu, volkreichen Städten oder Gegenden im Allgemeinen viel häu- TorheiTscht und einen viel längeren Bestand ^eigl, als in kleineren, djcbt hevüikerten Ortschaften oder Landstrichen. Allerdings kommt vaf» dass die Krankheit hier mehr als ein Jahr fortwucberE, aber 106 Hirsch, biskoritoli geograpldfbhe PiÜiologie. immer nur, indem sie von Ort zu Ort fortschreitet, und erst, nachdem i an einem Orle längere Zeit erloschen war, wieder zu demselben zurfid kehrt — Es liegen mir 416 epidemiologische Berichte über Keuchhuslfl vor, von denen der bei weitem grösste Theil sich auf einzelne OertUel keiten, einzelne allerdings auf grössere Kreise oder ganze Landschaften bf ziehen ; eine Zusammenstellung dieser Berichte , von deren Mittheiluog ii extenso ich hier aus räumlichen Gründen billig abstehe, ergibt nun W züglich des äusseren Charakters der Epidemie folgende Resultate: 1) Die Dauer der Epidemie beträgt von wenigen (2—3) Monaten bil zu einem Jahr und darüber; in vielen jener Berichte ist die Dauer pi nicht oder zu allgemein angegeben, lassen wir diese ausser RecbDUDS^rf bleiben 134 übrig, von welchen ' 14 2 Monate 8 7 Monate 19 3 „ 6 8 „ 23 4 „ 5 9 „ 12 5 „ 7 10 „ 27 6 „ 1 11 „ und 13 ein Jahr und darüber dauerten. ^ 2) Ebenso verschieden wie die Dauer, ist der räumliche Dmfti welchen die Krankheit in den einzelnen Epidemien erlangt; sehr hin bleibt sie auf einen Ort beschränkt, andere Male verbreitet sie sich i die nächste Umgegend desselben, nicht selten aber überzieht sie an grössere Landstriche, und so kommt es zuweilen, dass, indem sich sok Krankheitsterrilorien immer mehr erweitem, und mit den benachbnl zusamnienfliessen , die Krankheit den Charakter einer Pandamie gewin dieser pandemischen Verbreitung begegnen wir u. a. im Jahre 1788, welchem die Krankheit vom südlichen Deutschland aus zuerst nach Isti gelangte, von hier einerseits nach Albanien, andererseits über Trifl Muglia, Capodistria, Isola nach Venedig forlschritt, von hier nach Pjm gelangte und endlich mit einer Epidemie zusammentraf, welche von i voyen aus sich über den westlichen Theil Oberitaliens verbreitet hi 1785 finden wir Keuchhusten in ganz Sachsen und Franken vorherrsche 1813 ebenso in Kämlhen und Steyermark, 1814 und 1815 in fast gl Deutschland, 1825 — 1826 im dänischen Inselreiche, 1832 in den melü Gegenden von Schleswig-Holstein, so wie in Nieder- und Oberöstreich \ in der Lombardei, 1846 in ganz Dänemark, 1850 in sehr vielen Gegen von Louisiana, 1856 durch ganz Holland u. s. w. 3) Das Wiedererscheinen von Keuchhuslenepidemien an ein und selben Orte ist keineswegs, wie von einzelnen Seiten behauptet wird, zwar ebensowenig, wie das der akuten Exantheme, an eine beslii Periode gebunden. In vielen Gegenden soll die Krankheit, wie es bi fast alljährlich (doch wobl nur für eine Reihe von Jahren) erscheinen^ u. a. in Dorpat, Orenburg, Swansea^), im Gummersbacher Kreise (( u. s. w., in Petersburg, Salzburg % Sidmooth 3) u. a. 0. tritt sie alle 3 4 Jahre auf, in Nemours und Brescia zeigt sie sich alle ö bis 6 ~ in Washington Ct, Oh., alle 8 bis 10 Jahre, u. s. w. In Erlangen ist in den Jahren 1819, 26, 29, 31, 41, 46 und 57, also in ganz ui massigen Perioden, beobachtet worden, und dasselbe gilt von dem treten der Krankheit in Landsend ^), Copenhagen, Oldenburg ^ u. a. (K i ( 1) Colllns in Lond. med. Reposit. IV. 108. 2) Werneck nnd Badins AUg.C Zeitung 1832. 311. 3} Jefferey in Prov. med. tr. XI. ]I08. • 4) Forbet in Prov. med. tr. IV. 171. 5) Goldsohmidt In Hiaer AtcUt VU. M. OTfao -Krankheiten« EeuobhisfitaQ. 109 Jiikr haiifl dieser Ümsland, zum Theil wenigstens, von der Einschlep- If des Contagjums» und der Zahl der, für dasselbe eornifän^lichen In- Uim ab» wiewohJ auch hier noch ^an?. unbekannlc Verhäitnisse mit kdiDung kommen, da wiederholt die Thalsache lieobachlel worden dass die Kratikfieit in einer einzelnen OerUichlceit längere Zeit besland, lesicli, trotz ottenen Verkehrs mit der ganzen Nachbarschall, auf die- k in verbreiten, §54 Es scheint mir keiner Frage zu unlerliegen, dass klima- che Verhällnisse einen ausgesprochenen EinOuss. nicht bloss aut die lese, sondern aucii auf den Charakter von Keuchhusten äussern, und iWatt'), Thomson^) u. a,, bis zu einem gewissen Grade wenig- IS, TolJkommen Recht haben, wenn sie sagen, dass die Krankheit m laereo Gcgendtn weniger häufig vorkommt und weniger bösartig vcr- l, als in höheren Breiten. Auf dem europaischen Conlinenle lassen I dcTartige unterschiede allerdings noch nicht nachweisen, wie nament- dte in der Turkey und Italien gemachten Erlahrungen lehren, ja Pe- m ♦erklärt sogar in seinem Berichte über Keuchhusten in Padua; „c hiiu $embra provato ad evidenza, che nei populi settentrionalL ia losse iviilstva sia meno frequente ne' suoi vitorni, meno lorte, e terribile e »ue conseqnenze, che ne* paesi posti aila plaga piü mite, e meri- uk delta Francia e dell' Ilalia/* und auch Nogueira^) spricht sich mtm Berichte von der Keuchhusten epidemle 1843 auf Terceira über bösartigen Charakter, den die Krankheil dort anzunehmen pflegt, aus; iftl in den subtropischen Gegenden, wie in Algier, Unteregyplen, Sy- u den südlichen Staaten von Nordamerika u* s. w., scheint sich in jer Beziehung ein wesentlicher Unterschied gegen kältere Gegenden ' nicht bemerklich zu machen, allein sehr bestimmt ist ein solcher in eifenilich tropisch gelegenen Breiten ausgesprochen, wo die Krank- d<?n übereinstimmenden Berichten aus Guayana, Peru, Westindien, Südseeinseln, China, dem indischen Archipel und Indien zulolge, ent- >n selten vorkommt und meist einen gutartigen Charakter hat. In km Umstände der Grund für diese Exemption der Tropen von Keuch- n gesucht werden muss» ist vorläufig nicht zu entscheiden; ohne iTel sind Temperaturverhältnisse in dieser Beziehung von grossem da sich der entsprechende Einfluss dieses Momentes auch in n Breiten auf die Genese, noch mehr aber auf die Gestaltung der Nktäeii mit ziemlicher Sicherheit nachweisen lässL §- 55. Die meislen Beobachter erklären sieh, bezüglich des Vor- Böen» der Krankheit in den einzelnen Jahreszeiten, übereinstim- Nl dahin, dass Keuchhusten vorherrschend in den kälteren, durch Ae TemperaturditTerenzen und höhere Grade von Luflfeuchtigkeit aus- itbneten Monaleu, speciell im Winter und Frühling, in den heissen irnpsschen Gegenden während der kalten nnd Regenzeit, in gemässigten leo allerdings auch, wiewohl selten, im Sommer und Herbst, bei in- i'ir Oitzc und Trockenheit auftritt, einmal entwickelt aber ganz unab