Berichte über die Ruhr unter den eng- lischen Truppen 1852 — 53 in Pegu bemerkt, dass Leberaffektion eine häu- fige Complikation der Krankheit abgab, und dass in ^/i aller tödtlichen Ruhrfälle die Leber mehr oder weniger erkrankt war, von Parkes u. a., ferner aus Egypten, von wo u. a. Franko) berichtet: „dum cadavera 1) DlMaiM of the Itver. Lond. 1846. 49. S) L c S4f . S) Ind. ÄnnalM of Med. 1854 April 4S4. 4) De pette «te. Yleni. UM. U?« Orgm - KraaiMioiten« LeberkrankheiteD. IMJ morbö (dysentena) defyfletorum aperirenlur . . interdum reperiebanttir iaiD in hepn(e majores minoresv e abscessus*\ ans dem Captande (Lichten- ;ein), von der Westküste Alrikas {}fn diese Krankheitsformen an den einzelnen Punkten der Erdoberfläche rannen haben, fehlen vorläufig noch ganx. Leberkrebs, eine in gemässigten Breiten bekanntlich ztemlicb ^g vorkommende Krankheitsform, scheint In den tropischen und sub- ^Ischen Gegenden fast ganz zu fehlen. In Indien begegnet man die^ Krankheit jedenfalls äusserst selten; „1 have never seen a Single in* ince of cancerous deposition in Iheliverinihis country/* sagtWebb**), gerade in dieser Beziehung ein sehr coropetenies Urtheil hat, ,,not en in cases, where the disease has been well manifested in the ute- R, stomach and intesünes/' und in ähnlicher Weise spricht sich More- |d**J aus; Heymann erwähnt des Vorkommens der Krankheit auf 9 indischen Archipel so wenig, als irgend einer der Bcrichter- [ler von den Antillen, auch Pruner übergeht sie in seinem Berichte ir die Krankheilen Egyptens mit StJUschweigen. 1} AiiD«i]«TL c. IÖ9, JobiiA«1i L C* tSS» W«bl)LcSe<% Twliiln^t 6. MÄ. «üi, If «rr«ir 1. c ifl*, Niooll t & U7, "" " " £)'Eatpet l t, t S»6. Arm und h t. 147. S) L«T»chflf- _„_ 1} Siffftad l e. 330. Mnrtltii in &t)«biier B«fWFt d«r Fb^rm. XISW. Daillfiger In Cäiper Wnchenscbr. 18^5. N. U. 8> C*mpet, Limre \L cc l*> Br^illtrl l. o, l«> Draich. HftlAdiet 6m U ntc et da fi>l« d'Aprfi Im obi«rr*üoDi fkltet dAni le< pAfi rl- verAloea da But - Di^aab«. Fat. iSeO. U) L t. t««* U) 1, i. 11. US. traok, hm. iMgr- FAtboi. n. 21 822 Hirtoh, liitioiifoli geogragpIriiBlia Fftfthologie. Eben so scheinen Gallensteine (auffallender Weise) in den In- pen seltener, als in gemfissiglen Breiten vorzulionnmen ; Annesley ad Twining erwähnen derselben allerdings unter den Krankheiten IndiCMi Morehead dagegen bemerkt, dass er in einer vieyfihrigen Praxis datelbfl nur 4 Fälle von Gallensteinbildung gesehen hat, und auch P runer e^ klärt, dass dieselben bei Europäern und Türken häufiger» als bei Eings- bomen Egyptens und Negern angetroffen werden; im europäischen Oriente (der Turkey) sind Gallensteine, wie Rigler erklärt, häufig. — Die voi Hall er <) und Canstatt gegebenen Notizen über das endemische Vor- kommen von Gallensteinen in Hannover (Göttingen), Schwaben, England und Ungarn scheinen auf willkürlichen Annahmen zu beruhen, wenigslCBi ist es mir nicht gelungen, irgend eine Bestätigung jener Angaben in des mir zu Gebote stehenden Quellen zu finden. §. 159. Eine besondere Berücksichtigung endlich verdient das ende- mische Vorherrschen von Leber-Echinococcen auf Island. — Schon fHihere Reisende und Aerzte haben auf eine, unter dem Namen Meinlati (Engbrüstigkeit) oder Lifrarveiki, UArarbolga (Leberleiden) daselbst bekannte, Leberaffection auftnerksam gemacht, wel- che allgemein verbreitet, eine nicht unwesentliche Rolle in der Iflortalitäts- statistik der isländischen Bevölkerung spielt. Bestimmtere Renniniss hierüber verdanken wir den Untersuchungen von Schleissner') und Eschricht^), neuerdings hat Gu6rault^) der ärztlichen Gesellschaft in Paris einige, wenig bedeutende Notizen über diesen Gegenstand mitge- theill. — Aus den hier erwähnten Berichten geht hervor, dass es sich bei jener Krankheit um das Vorkommen von Echinococcen handelt, welche ihren Sitz allerdings vorzugsweise in der Leber, demnächst aber auch io den Nieren, der Lunge, dem Bindegewebe der Haut, der tunica vaginalis u. a. 0. haben, sich in ihrer Gestaltung, wie in ihrem Verhalten, dem menschlichen Organismus gegenüber, genau so verhalten, wie an allea andern Orten der Erdoberfläche, wo sie überhaupt beobachtet worden sind, und sich auf Island demnach eben nur durch das endemische Vor- herrschen auszeichnen, welches — so viel bis jetzt bekannt, — sonst nirgends, auch nicht auf den Färöer, wie Schleissner ausdrücklich er- klärt, beobachtet wird. Der Parasit ist auf Island so enorm häufig, dass, wie Thorsten- sen, welcher länger als 20 Jahre daselbst als Arzt practisirt hat, erklärt, wohl jedes 7. Individuum der ganzen Bevölkerung daran leidet, eine An- gabe, welche Schleissner nicht für übertrieben hält; unter 2600, von den Bezirksärzten angemeldeten Krankheitsfällen kommt die durch Echi- 1) OdombL iMithol. oIm. XXXTIL Lmimiiii. 1755. 70. t) IflanA nnderfdgt etc. KJdbenh. 1M9. 4. 9) Orwnift orer det Daaik. Videnfk. Selik. Forhwidl. ▲•ret 1851. 9U, 185«. IST. 4) Gm. det hoplt 1857. N. 46. iiff. Orgui ^ Erftiikheiten, Milxkranklieitenu 323 rcocros bedingle Leberlcrankheit 328 mal, <J, h. in 7b der Falle vor; ^hleissner fand sie bei 327 von ihm beobachteten Krnnken 57mal, h. in Vfi *''^^'" Fäilßi unendlich häufiger aber kommt das Vorhandensein B Parasiten ^ar niehl zur Cognition derAerzte. — Ueber den Ursprung ^s Leidens herrscht vorläufig ein vollkommenes Dunkel» da, wie be- M^m, die Taenia von Echinococcus noch nicht entdeckt worden ist; sehrichl bemerkt mit Recht, dass die dem Parasiten entsprechende tondwiirmform* bei der enormen Häufigkeit des Blasenwurms, au* Island denfaUs sehr veibreilel sein muss, dass sie aber nicht im Menschen ;esiicht werden dar), da Taenien auf Island nolarisch äusserst selten an- fflrolTen werden *); er vermuthet, dass es eine Hunde- oder Katzenlänie tl, und dass diese Thiere Ihre mit Tänieneiern geschwängerten Excre- leote in den Vorraihskammern niederlegen, wo die Isländer getrocknete ische aufbewahren, indem er gleichzeitig darauf hinweiset, dass diese Isebe nieisl in rohem Zustande genossen werden und die Isländer woht icbt die nüthige Reinlichkeit bei der Zubereitung derselben beobachten. — merkenswerth ist der Umstand, dass der Parasit im Innern der Insel läuüger« als an der Küste, übrigens bei beiden Geschlechtem in ziem- ich gleichem Verhältnisse, und vorzugsweise in der Altersklasse von Vi — 50 Jahren angetroffen wird. KRAMHEITEN DER MILZ, |. IGO. Die Krankheilen der Milz bieten für die geographisch -pa- f ische Forschung vorläufig nur in so weit ein Interesse, als sie. in des acuten oder chronischen Milztumors, als Begleiler oder Folge- heil von Malariafiebern, oder selbst, wie es seheint, unabhängig von diesen, als idiopathisches Malarialeiden, in allen denjenigen Gegenden mehr oder weniger verbreitet, oder selbst als Endemie %*orherrschen, wo Malariafieber in grösserem Umfange heimisch sind, resp. wo ständige Beerde der ihnen zu Grunde liegenden specißschen Ursache, der Malaria, ;efyE)den werden, so dass nicht nur die geographische Verbreitung dieser i^ofin von MlUkrankheiten genau mit der Verbreitung von Malanafiebern ^usumincnfallt, sondern dass dieselbe auch in ihrer Extensität und Inlcn- it&t mit dieser Krankheit überall gleichen Schritt hält; „elles se reglent fßnw les flevres intermillenles,'* wie Sigaud mit Recht sagt. — In der grössten Frequenz und Enlwickelung finden wir diese Milz- lutnoren demnach in den grossen Sumpfgebieten der tropisch und subtro- pisch gelegenen Länder, so namentlich in Vorder- und Hinterindien» t) Ki *eK«lfil dfi«b ffiliArtaftiipt nöcta ff»lir frAgUeli, ob Brall«flt ocid Taenien einer Art tn elBtr GKttuiifr Jemftl« iteniHnsü-hKlUicH Torkomnaen. 324 Hirteh, wo sie den MiUheiliingen von VoigtO. Annesley^, Webb*), Ri leigh«), Forbes*), Macpherson^, Henderson^, Postans* Twining*) u. a^ zufolge, vorzugsweise in Niederbengalen. den imFha gebiete des Ganges und Djumna gelegenen Gegenden der Nordwestfidw Provinzen, in Nieder- Sindh, in den Sumpfebenen von Amean h. s. ü sellener dagegen, und somit der geographischen Verbreitung' von Malirii fleber entsprechend, in den Präsidentschaften Madras und B<nnbay; h züglich der Häufigkeit der Kranliheit in der Prisidentsefaail Bengalen fl sehen wir aus dem Berichte von Macpherson, dass hier inaerlMl 8 Jahren bei einer Truppenstaiice von 156139 Mann 2217 FlHe von Kfa erkranliung, d. h. auf 1000 Mann 15 Erkrankungsfälle beobachtet worie sind, und aus den amtlichen Berichten i<0 ^ber die Dispensir-Anstalleii Bengalen aus den Nordwestlichen Provinzen, wobei es sich also vonrap weise um Eingebome handelt, geht hen'or, dass in der Zeit von Aagif 1840 bis Januar 1842 unter 2000 Kranken 322 Fälle von Milztonrar lo Beobachtung gekommen sind. — Gleichlautende Berichte fiber das eade mische, dem Vorkommen von Malariafieber entsprechende, VorberrsdM der Krankheit liegen vom indischen ArchipeMO* ava Arabien m Egypten*^), von den ostafrikanischen Inseln^, von der Weit küste Afrikas**), aus Algier *5)^ Brasilien <*)« Cayenne^ Centro-Amerika 1^) u. s. w. vor. — Auch in den Malariagebieten ii Gegenden mit einem warmen Clima, wie namentlich in den Kustenge^odei Syriens, in Tran skaukasien ^^), in der Türkey^), in Griechen- land, den Donauniederungen Ungarns 2^), der Moldau u. 8.w., so tn( in den Malariagegenden Italiens, namentlich den toskaniscben MareD- men, den südlichen Staaten Nordamerikas^) u.s.w. bildaa Kb- tumoren, als Ausdruck von Malarialeiden, ein hervorragendes Glied in da Krankheilsstatistik, und selbst noch in höheren Breiten, wie nameoüid in den Sumpfdistricten Frankreichs, der Niederlande, den Tiefebeoa Deutschlands und Russlands u. s. w. verdient die Krankheit, ihrer Frequenz nach, in vielen Gegenden den Namen einer Endemie, wiewohl wir lür die Beurtheilung des Umfanges ihrer Verbreitung in diesen, wie in den meisten der zuvor genannten Gegenden weniger auf die vorliegende; sehr magere Statistik , als vielmehr auf die zahlreichen Berichte fibtf du endemisch - epidemische Vorherrschen von Malariafiebem angewiesen aii in welchen fast überall auf Milzgeschwülste als die, nicht ^Uen slatnnk gebliebenen , Ueberbleibsel jener Fieber und als die Quelle der dort ü häufig vorkommenden Wassersuchten u. s. w. hingewiesen wird. $. 161. In wie weit Clima, Witterung und BodenverhiH' nisse Einfluss auf das Vorherrschen von (Malaria-) Milztumoren 1) Bihl. for Li^r 1834. I. 281. i) 1. c. 912. 3> 1. C. 142. 4) IndiA J. of med. Sc. I. 204. 5) ibid. New 8er. II. 1!>1. , 6) Indlan Anoals of med. Sc. 1»58. Januar 241. 7) Edinb. med. aad wurm. J. ZXIV<* M) Personal Obsenr. on SIndb. Lond. 1M3. 9) 1. c. I. 3ui nod Calentt. med. tr. IH 11^ 10} llalfyearly report of tbe Dtopens. in tbe Ben^l and tbe Korthwestam Pl ^i l aeM. 0^ catt. 1843. IDUeymanain Winb. Verkandl. V. 48. 12) Pmner 1. c 262. 13) Allan in Edinb. moDtkl. J. 1841. Animst 561 14) Boyle 1. e. 397, Siraud 1. c Mi, ib) Haspel in Gas. m«d. de Paris 1S54. O*- 16) Sicraud 1. c, Ascbenteldt in Hamb. Zeitscbr. f. Med. XXXVIII. 273. 17> Bajon, Nachrtcbten elc. III. i. 18) Li de 11 in New York. J. of Med. 185f. J»B* Bernhard in Deatsch. Klin. ISM. N. h. i*n Reinhardt in Heeker Asssl i Heiikde. XXX III. 433. 2v) Riicler 1. c. II. 188. 11) Drasch, Maladies da (bie et de la rate etc. Par. 1860. 22) Uenstis in Amer. J. of med. Sc. 1830. Mai 73. Oi]gfUi- Eranklmteii. Mikkrankiielteii. 8SB I tW9 dem Zusammenhange, in welchem die Krankheitsform mit Mdlttrja- ^eh^rn steht, emehUieh, Bezüglich ^er ErkrankiingsverhallniBs^ untrer] ikü verschiedenen Racen slelJl sich auch hier, wie bei B^aiariafiebera« ] ^ Tb^isskcha heraus» 4a$s die eingebpraen Voiksstamiue in den tropischen] Ga^etidea, und &peciaU auch <|jc Ncg^rrace, sich keineswegs jener JoinMir] iilil von MölariakrankhciLen erfreueji, di^ denselben noch immer von eitiT meinen Beobachlem oder Forschern viodicirt wird; so bemerkt namenükb {}, in den Niederlanden, Irland u* a. grösseren Ma- fiagebielen bemerkenswerth; statistische Daten über den Umfang, wel- en diese Krankheilsformen an den einzelnen Punkten der ErdoberMche «rönnen haben, fehlen vorläufig noch ganz, Leberkrebs, eine in gemässigten Breiten bekanntlich ziemlich Hfig vorkommende Krankheitsform , scheint in den tropischen und sub- ^ischen Gegenden fast ganz zu fehlen. In Indien begegnet man die- r Krankheit jedenfalls äusserst selten; „I bave never seen a Single in- Änee of eancerouE deposition in theliverin this country," sagtWebb*^X r gerade in dieser Beziehung ein sehr competentes Urlheil hat, »»not pven in caseSp where Ihe disease has been well manilested in the ute- PS, siomach and inteslrnes," und in ähnlicher Weise spricht sich M re- ad J^) aus; Heymann erwähnt des Vorkommens der Krankheit auf n Indischen Archipel so wenig, als irgend einer der Berichter- rt