˘n t d. J, tm^ und U. i2ĂĽ. a) Ăźelrert tu Hufeimnd J. LXXXVIL Heft 4i. a, B«fadi. Khn M!«h. Hr^n a n, i. I6i, 13) fttnimtahör. aiii der Prov* Brandenburg r A. J. i*t^ 6*, u} HiMiitĂĽtaher. vcin fi^hlciJon f. d. J, inU. IbL liAl OmI. m«4. .Tahrk KV. U». Hvhttr ibid. 144^ HL S36. 16} HeiloU Ibid. XV, i7f« *»1) B«eitibt ll>ld. XVL Vi. m* m Bericht tbJd, XV* 3, 1 220 Hirich, hiftoriich sfeogn^fhiiclie Pathologie. breituDg von Ruhr begeg;nen wir in den Jahren 1846—48, und zwar Sor mal in Begleitung einer, eben so allgemein verbreiteten, Typhnsepidemk. Schon in den Jahren 1845 — 46 hatte die Krankheit in den rususehei Ostseeprovinzen, in Liefland, Curland, Esthland, demnächst auch in \f9u u. a. G. des nordwestlichen Russlands i) , sowie in Polen ') , eine gtn allgemeine Herrschaft erlangt, 1846 erschien Ruhr als weitverbreitete Epir demie in vielen Ortschaften der belgischen Provinzen Ostflandern, Antwo^ pen und Brabant, und zwar so allgemein, dass u. a. in den vier Gemdn- den Opdroop, Baesrode, Buggenhout und Moerzeke unter einer BevöUw- rung von 11744 Seelen, 1619 Erkrankungs- und 275 Todesfälle an Rnkr vorkamen 3), femer in den Jahren 1846 — 47 in Irland*), diesmal vor- zugsweise in den Provinzen Ulster und Connaught, gleichzeitig in vieki Gegenden Schottlands und Englands, sowie Deutschlands, von wo ans den Jahren 1846 — 48 zahlreiche Berichte aus Hannover^, der Mark^ Oberschlesien ^ , Pommern , Böhmen ^) , Galizien ') u. a. G. vorliegen. — In sehr hervorragender Weise machte sich eben dieser epidemische Bb- fluss zur selben Zeit in den nördlichen und mittleren Staaten von Noni- amerika ^^) bemerklich, indem auch hier die Krankheit im Jahre 1847, be- sonders aber 1848 und 49, eine allgemeine Verbreitung in Maine, den Nen- England-Staaten ^i), New-York ^% Pennsylvanien, Maryland ^% Indiana u.8.w. erlangte. In einem wie bedeutenden Umfange die Krankheil hier auftrat, wie enorm sich die Zahl der Erkrankungslalle an Ruhr gegen frĂĽhere, längere Perioden gesteigert hatte, und wie mit dem einmaligen Vorherr- schen die Krankheit auch hier sich fĂĽr längere Zeit als Epidemie einge- bĂĽrgert hatte, davon können wir uns in bestimmtester Weise in der aus Massachusets und Baltimore mitgetheilten Krankheitsstatistik uberzeugeo: Aus den Berichten von Joynes und Fr ick geht hervor, dass die Sterb- lichkeit an Ruhr in Baltimore innerhalb der Jahre 1836 — 46 jährlich im Durchschnitte 21.3 betrug, sich aber in den Jahren 1847 — Ă–O auf rcsp. 42, 46, 148 und 237, und in den nächsten 4 Jahren gar auf 161, 222, 242 und 2ö2 gesteigert hatte; nimmt man nun fĂĽr die Zeit von 1840 n. IL eine Zunahme der Bevölkerung von 50 7o S^&en frĂĽher an, was jedenfalls mehr als zuviel ist, so erscheint die Krankheit dennoch in den Jahren 1847^40 um mehr als das doppelte (21,3:06) und in den Jahren 1 850— ö2 gar ums 10 fache (21:219) häufiger als in den Jahren zuvor, »innerhalb „der 6 Jahre vor 1847**, heisst es in dem amtlichen Berichte aus Massa- chusets, „betrug die Sterblichkeit an Ruhr jährlich im Durchschnitte 2% „im Jahre 1847 stieg sie auf 1074 und innerhalb der nächsten 20 Monate „(1848 Januar — 1849 August) auf 4590, von denen 2455 Todesfälle auf „die Monate des Jahres 1849 kommen; innerhalb der letzten 8 Monate „des Jahres 1848 betrug die Mortalität an Ruhr in dem Staate, mit Aas- „nähme von Boston, 2135 d. h. 23.53% aUer Todesrälle; vom 1. Mii 1) Bericht In Rii^aer Beitr. lur lllkd. I. 5S3, Löwenstein in Med. Zeitschr. SosaL 184T. MT. Bericht in Mod.-chir. Zig. 1846 111. 25'2, FĂĽhl mann, die Ruhrepidemie in Dorpat im J. 1846. Dorpat 1948. 2) Oettin;?en in Rigraer Beitr. 11. tlL. S) Rudder fn Annal. de la Soc de Med. de C4and 1846. November. 4) Lalor in Dubl. qiiart. J. of Med. 1H47 Febr. 38, M offne Ibid. 1849 Mal, Berichte IWi 1849 Febr. 64, Auffost i. 6) Hol seh er in Hannor. Annal. Vll. Ucft 8, Kelp ibi«. Heft 4. G) Schlenior In Pr. med Vrs.-Ztg. 1849 K. «0. 21, Weli© ibid. 1851. I. 7) BKreniprunir inHäser Arch. X. Heft 4. 8) Bericht In Präger Vierte^, t Me^ XXV. 90, Finder ibid. XXIV., Wittowsky ibid. XVI. 35, Köhler in Wibti>r. med. Combi. XIX. 175. U) Bericht in Mcd.-chir. Zig. 1W7 N. 17. 10) Bericht in Amcr. med. transact. H. 150. II) Garrison ibid. II. 191 aua New-Jersey. Wyman ibid. II. 197, Eiffhth and tenth report to thc le^rislature of MaMaohnsets, relatinf to the Refcistiy and Retums of Blrths etc. Boston 1850. 52 aas Maxflachuteta , Proceed. of the 63. annual Convention of the Connecticut med. Soc. 1855 aus Oonnectieat. It) Hasbrnnck in Neiv-Y. .T. of Med. 1853 Juli 49. 13) Joynes in Amer. J. of med. Sc. 1850 Octbr. 307, Fr ick ibid. 1851 Octbr. 305, 1855 Ootbr. SS8. bis 31* Decembar 1850 starben von einer Bevölkerung von elwa ,(X)0 an Ruhr 912G und noch verbreiteter und bösartiger herrschte ĂĽriinkheit im Jahre 185t, so dass, während in den Jahren 1841—50 SlerbtichkeU an Unhr jährlich 802:10000 beirng, sie sich im Jahre auf 913:10000 steigerte" lOj. Eji^e eben so bedeulende Zunahme in eben so allgemeines Vorherrschen der Krankheit nach der Epi- r Jahre 1847—^49 ist ĂĽbrigens auch in Pennsylvanien in den Jah- —53 beobachlet worden itj, — Schliesslich will ich hier nocb das auffallend häufige Vorkommen von Ruhr im Jahre 1854 in vielen enden Deutschiands , besonders SĂĽddeulschlands, wie namentlich in Ă„rtemberg^^j , und der Rheinpfalz *^), und in Schweden**) aufmerksam eben; im Jahre 1851 halte die Krankheit in Schweden nur an einzel- 1 Orten, so u. a, in Faluh geherrscht, im Jahre 1852 trat sie daselbst reils zieniJicb verbreitet, jedoch nur in einzelnen Distrikten epidemisch f, weit allgemeiner zeigte sie sich 1853, wo u. a. in EKsborglan 4141 kraakungS' und 760 Todeslalle an Ruhr amtlich constatirt worden die allgemeinste Verbreitung aber erlangte die Krankheit im Jahre M, In welchem sie in den Läns von Wermland, Bobus, Ellsborg» Skara- rgi Jönköping und Kronoberg epidemisch auRral; im nächsLlolgenden im, und noch mehr im Jahre 1856 wurde sie in Schweden wesentlich lener beobachlet, so dass sich hier in den Jahren 1851 — 54 ebenso lĂĽmäblige Steigerung, wie in den Jahren 1854 — 56 eine successive nabme der Krankheil bemerklich gemacht hat %. 101. Wenige Krankheitsformen 2eigen sich in ihrer Genese, resp, geographischen Verbreitung so entschieden abhängig von dem Ein- klimatischer Verhältnisse, als Ruhr; als endemisches Leiden tropisdien und subtropischen Breiten, finden wir sie im Allgemeinen dort in grössler Frequenz, wo der Charakter des tropischen Climas timmlesten ausgeprägt ist, wir ijberzeugen uns, wie sich schon unter dem das Clima modificircnden EinflĂĽsse der geographischen der Contiguralion, u. s. w., Unterschiede in der Frequenz und dem ter der Krankheit bemerklich machen, wie mit steigender Breite ankheit seltener wird und sich gleichzeitig milder gestaltet, wie die lät und Intensität der Endemie immer geringer wird, je mehr wir n den Tropen entfernen, und wie wir schliesslich. In einer Breite etwa 40**, an eine Grenze gelangen, jenseits welcher Ruhr, als En- kaum noch bekannt ist, — So ausgesprochen hier also der Ein- des Climas auf die Krankheitsgenese zu Tage tritt, eine so vollkom- Uebereinstimmung zahlreiche Thatsachen aus der Geschichte der als Epidemie, mit den aus diesem Verhältnisse zu abstrahirenden ten zeigen, so wenig dĂĽrlen wir andererseits diejenigen Momenie Acht lassen, welche — nach beiden Seiten hin — als mehr oder bemerkenswerLhe Ausnahmen von dieser Gesetzmässigkeit in der itung und dem Vorkommen der Krankheit hervortreten, und aus fierucksichĂĽgung der vorliegenden Eorschung die Aufgabe erwächst* Qweisen, welche speciellen klimatischen Verhältnisse es sind, die aiger t) OttA Btrl<^le In Aoier. J. IS41 April im, liSa Jäü. ?ö4 n. New-T. X 0t Med, 1851 Kortr* li«. f) BöHchte In TrĂ„niaet. of the med. Soc of Penniylvwjilft II. hjm, IV. lä&4 imd LtAiftre IMA. Vi 1H&4. 3) K da 11 in in WĂĽrtb^. med. CornbL XXV. K. M. A\ Kanil ts Ba/r, äntl lQt«]lif^bl. 1B56, N. ^. S> Boricbte In SuncUieUt-CcilIefU Ăźv- 222 Hirich, hiitoruoh gMgn^hiiolie Pithologie. jenen modiflcirenden, bedingenden oder fördernden, ESnfluss auf die Ruhr- genese äussern, und bis zu welchem Grade die Krankheilgenese eben von dem in Frage stehenden, ätiologischen Faktor abhängig erseheiaL §. 108. Ein sehr wichtiges Moment fĂĽr die Erledigung dieser Frage bieten zunächst die EigenlhĂĽmlichkeilen , welche sich in dem Verhallen, resp. dem Auftreten und der Prävalenz von Ruhr, als Endemie, wie als Epidemie, den einzelnen Jahreszeilen gegenĂĽber bemerklich machen, und deren Erörterung ich daher an die Spitze der Untersuchung gestellt habe. — Innerhalb der Tropen lallt die Ruhrsaison vorzugsweise in die Zeit des Nachlasses der Regen- und in den Anfang der kalten Jahreszeit, d. h. in die unserem Spätsommer und Herbst entsprechende Periode; diess gilt zunächst im ausgesprochensten Maasse fĂĽr Indien, wo Ruhr in der Zeit von Juli — December eben so häufig , als in den Monaten Decem- her — Juni selten ist, in der Zeit von September — October aber die Akme ihres Vorherrschens erreicht; diese von Bampfleld und Hnt- chinson im Allgemeinen, von Twining, Tytier, Evans, Breton, Dunbar, Forbes und Jackson fĂĽr die Präsidentschaft Bengalen, von Annesley, Bidie und Grant fĂĽr Madras, von Young und Ewart fĂĽr Bombay, von Mc Gregor und Green fĂĽr die nordwestlichen Provin- zen geltend gemachte Thatsache findet in der Krankheitsslatistik ihre vollkommene Bestätigung, indem nach der von Annesley angestellten Berechnung von 13900 in der Präsidentschaft Bengalen beobachteten Rubr- fällen 2400 in der kalten, 4500 in der heissen und trockenen und 7Ăś0 in der heissen und nassen Zeit vorgekommen sind; dem entsprechende An- gaben liegen ferner aus dem indischen Archipel, von den Molluken (Les- son), aus Burmah (Dawson, Murchison), China (Wilson, Tra- quair, Armand) und aus Aden (Malcolmson) vor, wo ĂĽberall das Ende der Regen- und der Anfang der kalten Zeit als die Periode bezeich- net wird, in welcher Ruhr sich alljährlich mehr oder weniger allgemein verbreitet zeigt, oder doch in grösster Frequenz aufuritt, und in derselben Weise bildet im Sudan (Griesinger), auf der KĂĽste von Zangebar (Ru- schenberger) auf Isle de Bourbon und Mauritius (Allan, Tullocb), in Abessinien (Courbon), so wie auf dem tropisch gelegenen Theile der WestkĂĽste Afrikas (Lopez de Lima, Lind, Boyle, Annesley, Da- niell, Trotter) und in Senegambien (Raffenel, Thevenot, Mc Rit- chie, Berville) die unserem Spätsommer und Herbste entsprechende Uebergangsperiode aus der heissen in die kalte Jahreszeit, auf der nörd- lichen Hemisphäre die Monate September — November, auf der sĂĽdlichen (wie namentlich auf Isle de Bourbon und der KĂĽste von Angola) die Mo- nate März und April, die Hauptsaison fĂĽr das Vorherrschen von Rohr. Demnächst aber wird die Krankheit auf allen diesen Punkten auch nicht selten in der unserem FrĂĽhlinge entsprechenden Uebergangsperiode aus der kalten in die heisse, und besonders im Anfange der Regenzeit in grösserer Verbreitung beobachtet, so berichtet u. a. Daniell von der Bai von Benin: „dysentery and other enteritic complaints are prevalent in all „seasons, but more particularly at the commencement and close of tbe „wet,** und auch aus dem Berichte von Thevenot aus Senegambien gebt hervor, dass Ruhr von April — September nur Vt» dagegen von Sep- tember — März Vi — Va ^^^^^ vorkommenden Krankheitsfälle ausmachl. Genau dieselben Verhältnisse finden wir schliesslich auch in den tropi- schen Gegenden der westlichen Hemisphäre, so namentlich in Centro- Amerika (Bernhard, Lidell, Buel), in Guayana (Segond) auf den Antillen (Hillary, Schomburgk, Rollo» Levacher, Mason u. a.) Bohr. 22Sr in Pttni (Tschndi), indem die Kranliheit aach hier vorherrscheiid En